Warum Asbest im Boden in Stuttgart noch heute ein Thema ist
Stuttgart hat im Zweiten Weltkrieg große Teile seiner Bausubstanz verloren und in den Jahrzehnten danach wieder aufgebaut. Vom Wiederaufbau in den 50er Jahren bis in die Modernisierungswelle der späten 80er und frühen 90er wurden im Bodenaufbau Materialien eingebaut, die heute als gesundheitsgefährdend gelten. Asbest ist eines der prominenten Themen, weil das Material lange als hitzebeständig, dämmend und mechanisch belastbar galt und entsprechend oft verwendet wurde. In Deutschland war der Einsatz erst seit 1993 grundsätzlich verboten.
Solange asbesthaltige Materialien im Aufbau intakt bleiben und gebunden sind, geht von ihnen meist keine akute Gefahr aus. Kritisch wird es, wenn der Boden geöffnet, gebrochen, geschliffen oder erhitzt wird. Dabei werden Fasern frei, die in die Atemwege gelangen können. Genau deshalb gehört der Rückbau in die Hände eines zugelassenen Fachbetriebs, der nach Sachkundenachweis TRGS 519 arbeitet. Wir sind dafür zugelassen und kombinieren das mit der Kompetenz für die Neuverlegung, siehe Hub-Seite Asbest- und PAK-Sanierung.
Die sechs typischen Fundorte im Stuttgarter Altbau
In über 30 Jahren Baustellen-Erfahrung im Stuttgarter Raum treffen wir Asbest im Boden immer wieder an den gleichen sechs Stellen.
- Floor-Flex-Platten. Kleinformatige, marmorierte Vinylasbestplatten, meist 25 mal 25 oder 30 mal 30 Zentimeter, fest auf den Estrich geklebt. Verlegt zwischen den 50ern und frühen 90ern.
- Cushion-Vinyl mit Asbestfilz. Gepolsterte PVC-Bahnen aus den 70er und 80er Jahren mit einer Asbestfilz- oder Asbestpapp-Schicht als Trittschall. Sieht oben harmlos aus, ist beim Rückbau besonders sensibel.
- Asbestpappe als Trittschall. Unter Linoleum, Parkett oder PVC liegt manchmal eine graue, faserige Pappschicht. Sie diente der Schalldämmung und kann asbesthaltig sein.
- Magnesia-Estrich. In Stuttgarter Bauten der 50er und 60er finden sich magnesiagebundene Estriche. Sie können asbesthaltige Beimischungen enthalten und reagieren empfindlich auf Feuchtigkeit. Mehr dazu auf der Seite Estrichsanierung Stuttgart.
- Spachtelmassen und Klebebetten. Verlaufsspachtel und faserverstärkte Kleber aus dieser Zeit konnten ebenfalls Asbest enthalten.
- Brandschutzplatten und Bodenrandstreifen. An Heizungsanschlüssen, in Kellerräumen oder als Randstreifen wurden teils asbesthaltige Platten eingesetzt.
Welche dieser Befunde in Ihrer Wohnung oder Ihrem Gebäude vorliegen, klärt eine fachliche Begutachtung mit Probe. Die ist kein Hexenwerk und beim ersten Vor-Ort-Termin in der Regel schnell beurteilt.
Vier Indizien, dass eine Probe sinnvoll ist
Sie müssen kein Sachverständiger sein, um den Verdacht einzuschätzen. Diese vier Fragen helfen.
- Wurde das Gebäude vor 1993 errichtet, modernisiert oder neu mit Boden ausgestattet?
- Sehen Sie kleinformatige, marmorierte Platten in 25 mal 25 oder 30 mal 30 Zentimeter Format?
- Liegen unter dem aktuellen Belag noch ältere Schichten, etwa eine alte PVC-Bahn, ein Linoleum oder eine graue Pappe?
- Finden Sie schwarzen, zähen Kleber im Aufbau? Das ist nicht Asbest, sondern meist PAK. Beides kommt aber häufig zusammen vor. Mehr dazu im Beitrag PAK-belasteten Parkettkleber erkennen.
Wenn auch nur eine dieser Fragen mit Ja zu beantworten ist, lohnt sich die Vor-Ort-Begutachtung. Wir kommen kostenlos und entscheiden gemeinsam mit Ihnen, ob eine Probe wirklich nötig ist oder ob wir das Risiko über die Sichtkontrolle schon einordnen können.
Was beim sicheren Rückbau wirklich passiert
Viele Eigentümer in Stuttgart unterschätzen, wie wenig spektakulär eine fachgerechte Asbest-Sanierung im Boden tatsächlich aussieht. Wir richten einen abgeschotteten Arbeitsbereich ein, sichern Übergänge und Lüftungen, arbeiten mit staubarmer Technik und direkter Absaugung der Klasse H. Floor-Flex-Platten lösen wir bevorzugt ganz und ohne Bruch, um die Faserfreisetzung möglichst gering zu halten. Cushion-Vinyl-Bahnen werden stabilisiert, eingerollt oder feucht gelöst. Restbestände werden mit Spachteln und kontrollierten Verfahren entfernt.
Das ausgebaute Material wird direkt am Arbeitsplatz verpackt, in Big-Bags oder geschlossene Behälter gelegt und mit dem korrekten Abfallschlüssel deklariert. Die Entsorgung läuft ausschließlich über zugelassene Anlagen. Sie bekommen einen vollständigen Entsorgungsnachweis, den Sie zu Ihren Bauunterlagen legen können. Mehr zu Verfahren und Schutzkette finden Sie auf der Seite Vinyl-Asbest-Platten Rückbau.
Wann sich der frühe Anruf besonders lohnt
Es gibt drei Lebenslagen, in denen sich der frühzeitige Anruf bei einem zugelassenen Fachbetrieb besonders auszahlt.
- Vor dem Kauf eines Stuttgarter Altbaus, damit Sie wissen, was Sie unter dem Boden erwartet, bevor der Vertrag unterschrieben ist.
- Vor einer größeren Renovierung, damit der Bauablauf nicht plötzlich angehalten werden muss, weil ein normaler Bodenleger auf Schadstoffe gestoßen ist.
- Vor dem Verkauf Ihrer Immobilie, damit Sie offen kommunizieren können und eine saubere Lösung vorweisen, statt böse Überraschungen zu provozieren.
In allen drei Fällen kommen wir kostenlos in den Großraum Stuttgart, schauen uns die Situation an und sprechen offen darüber, was sinnvoll ist und was nicht. Wenn keine Probe nötig ist, sagen wir das auch. Wenn eine Sanierung ansteht, bekommen Sie ein klares Festpreisangebot und einen Ansprechpartner, der den ganzen Weg bis zum neuen Boden begleitet. Mehr unter Asbest im Boden Stuttgart oder direkt im Kontakt.

