Was gehört vor dem Parkettkauf auf die Checkliste?
Vor dem Parkettkauf klären Sie fünf Punkte: die künftige Beanspruchung des Raums, Bauart und Nutzschichtdicke, die Oberflächenbehandlung, die Verlegeart und den Zustand des Untergrunds. Erst wenn diese fünf Angaben schriftlich vorliegen, lassen sich zwei Angebote überhaupt sinnvoll vergleichen. Ein Quadratmeterpreis ohne diese Angaben sagt wenig aus, weil er offenlässt, wie dick die Nutzschicht ist, ob der Untergrund vorbereitet wird und wer Altbelag und Sockelleisten übernimmt.
Die Reihenfolge ist dabei bewusst gewählt. Zuerst steht die Frage, was der Boden aushalten muss, danach folgt die Optik. Ein Boden im Flur einer Familienwohnung wird anders beansprucht als einer im Gästezimmer, und diese Beanspruchung entscheidet über Bauart, Holzart und Oberfläche. Wer umgekehrt vorgeht und mit dem Dekor beginnt, landet häufig bei einem Produkt, das optisch passt, der Nutzung aber nicht standhält.
Was bedeuten die Nutzungsklassen bei Bodenbelägen?
Nutzungsklassen sind zweistellige Kennzahlen nach DIN EN ISO 10874, der Nachfolgenorm der früheren EN 685. Die erste Ziffer benennt den Einsatzbereich, die zweite die Intensität der mechanischen Beanspruchung innerhalb dieses Bereichs. Die Klassen 21 bis 23 stehen für den Wohnbereich, 31 bis 34 für gewerblich und öffentlich genutzte Flächen, 41 bis 43 für den Industriebereich.
Konkret heißt das: Nutzungsklasse 21 beschreibt gering genutzte Wohnräume, 22 die normale Wohnnutzung und 23 stark genutzte Wohnbereiche wie Flur, Küche oder Kinderzimmer. Im gewerblichen Bereich beginnt Nutzungsklasse 31 bei mäßiger Nutzung, etwa im Hotelzimmer oder im kleinen Büro, und reicht bis 34 für Flächen mit sehr hohem Publikumsverkehr. Die Klassen sind eine Orientierung für die Zuordnung von Raum und Belag, nicht mehr und nicht weniger. Für die Auswahl zwischen den Belagsarten hilft der Vergleich Parkett, Laminat, Vinyl und Teppich.
Gilt eine Nutzungsklasse auch für Parkett?
Für Parkett und andere Holzfußböden wird keine Nutzungsklasse ausgewiesen. Das Klassensystem der DIN EN ISO 10874 gilt für elastische Beläge wie Vinyl, für textile Beläge, für Linoleum und für Laminat, nicht für Böden, die überwiegend aus Massivholz bestehen. Hersteller von Parkett sind daher nicht verpflichtet, eine Nutzungsklasse anzugeben, und wenn eine genannt wird, ist das eine freiwillige Zusatzangabe.
Stattdessen greifen bei Parkett eigene Normen. Das Inverkehrbringen regelt die DIN EN 14342 “Parkett und Holzfußböden – Eigenschaften, Bewertung der Konformität und Kennzeichnung”; sie ist Grundlage der CE-Kennzeichnung und seit dem 1. März 2010 verbindlich. Für Mehrschichtparkett gilt zusätzlich die DIN EN 13489, nach der ein Produkt nur dann als Parkett verkauft werden darf, wenn die Nutzschicht mindestens 2,5 Millimeter misst. Geprüft werden Eigenschaften wie der Eindruckwiderstand nach DIN EN 1534, aus dem sich die Brinellhärte der Holzart ableitet, und die Dimensionsstabilität nach DIN EN 1910. Wird Ihnen für Parkett dennoch eine Nutzungsklasse genannt, fragen Sie nach den Angaben dahinter: Nutzschichtdicke in Millimetern, Bauart und Holzart.
Welche Angaben muss ein Angebot für Parkett enthalten?
Ein belastbares Parkettangebot trennt Produkt und Leistung und lässt keine der folgenden Positionen offen. Fehlt eine davon, ist der Preis nicht vergleichbar, sondern nur scheinbar günstiger.
- Bauart: Massivparkett oder Mehrschichtparkett, mit Angabe des Formats. Die Unterschiede erklärt der Beitrag zu Massivparkett und Mehrschichtparkett.
- Nutzschicht in Millimetern: die tatsächliche Dicke der verschleißbaren Holzschicht, nicht die Gesamtdicke des Elements. Sie entscheidet, wie oft der Boden später abgeschliffen werden kann.
- Holzart und Sortierung: Eiche, Esche und Nussbaum unterscheiden sich in Härte und Farbe, die Sortierung bestimmt Astbild und Farbspiel. Eine Gegenüberstellung finden Sie unter Holzarten für Parkett.
- Oberfläche: geölt, gewachst oder versiegelt, jeweils mit Produktangabe. Die Folgen für Pflege und Reparatur behandelt Parkett ölen oder versiegeln.
- Verlegeart und Verlegemuster: vollflächig verklebt oder schwimmend, dazu das gewünschte Muster. Beides beeinflusst Materialbedarf und Arbeitszeit, siehe schwimmende oder verklebte Verlegung und Verlegemuster.
- Untergrundvorbereitung: Prüfung des Untergrunds, Spachtelarbeiten, Grundierung und gegebenenfalls Feuchtemessung. Welche Schritte dazugehören, zeigt Parkett verlegen in Stuttgart.
- Nebenleistungen: Ausbau und Entsorgung des Altbelags, Sockelleisten, Türkürzungen und Übergangsprofile.
Welche Fragen sollten Sie dem Anbieter stellen?
Fünf Fragen trennen ein durchdachtes Angebot von einem groben Kostenvoranschlag. Stellen Sie diese Fragen, bevor Sie unterschreiben, und lassen Sie sich die Antworten schriftlich geben.
- Wurde der Untergrund vor Ort geprüft? Ein Angebot ohne Ortstermin schätzt die Vorarbeiten und kann sie später nachfordern.
- Wie wurde die Restfeuchte des Estrichs ermittelt? Besonders bei Fußbodenheizung ist das entscheidend, wie der Beitrag zu Parkett und Fußbodenheizung zeigt.
- Wie oft lässt sich dieser Boden abschleifen? Die Antwort folgt aus der Nutzschicht und bestimmt die Lebensdauer, siehe wie lange Parkett hält.
- Wer haftet für Verlegung und Material? Bei Kauf im Markt und Verlegung durch Dritte fällt beides auseinander.
- Welche Pflegeprodukte sind für diese Oberfläche freigegeben? Falsche Mittel können die Oberfläche schädigen und Gewährleistungsfragen auslösen.
Warum sollten Sie Muster ansehen statt nur den Katalog?
Ein Musterstück im eigenen Raum sagt mehr aus als jede Abbildung, weil Holz seine Wirkung erst mit dem Licht der Umgebung entfaltet. Katalogbilder und Bildschirmdarstellungen geben Farbe und Glanzgrad nur annähernd wieder, und die Sortierung eines Naturprodukts streut über die Fläche stärker, als ein einzelnes Foto zeigen kann.
Legen Sie das Muster deshalb an die Stelle, an der der Boden später liegt, und betrachten Sie es bei Tageslicht und bei Kunstlicht. Prüfen Sie es zusammen mit Türen, Möbeln und Sockelleisten, denn Farbstiche zeigen sich erst im Zusammenspiel. In einer Ausstellung sehen Sie zudem größere Flächen und den fertigen Aufbau, was bei Landhausdielen mit ihren langen Formaten besonders hilft, wie unter Landhausdielen Eiche beschrieben.
Wie lange dauern Lieferung und Akklimatisierung?
Zwischen Bestellung und Verlegung liegen zwei Zeiträume: die Lieferzeit des Herstellers und die Akklimatisierung im Objekt. Die Lieferzeit hängt von Produkt und Verfügbarkeit ab und sollte im Angebot benannt sein, gerade bei Sonderformaten und Sonderoberflächen.
Die Akklimatisierung erfolgt im späteren Verlegeraum: Die Pakete lagern dort in der Regel ein bis zwei Tage flach auf, die Folienverpackung wird erst unmittelbar vor der Verlegung geöffnet. Maßgeblich ist immer die Verlegeanleitung des Herstellers. Wichtig ist außerdem, dass im Raum bereits die späteren Nutzungsbedingungen herrschen, also Fenster eingebaut, Putz- und Malerarbeiten abgeschlossen und die Heizung in Betrieb ist. Welche Rolle das Raumklima dauerhaft spielt und welche Werte anzustreben sind, lesen Sie unter Parkett und Raumklima.
Wie gehen Sie den Kauf am besten an?
Der nächste Schritt ist ein Termin vor Ort mit Aufmaß und Untergrundprüfung, aus dem ein Angebot mit allen oben genannten Positionen entsteht. Bringen Sie mit, was Sie bereits wissen: Raumgröße, Art des Untergrunds, ob eine Fußbodenheizung vorhanden ist und wie die Räume genutzt werden. Eine Einordnung der Kosten finden Sie unter was Parkett schleifen und verlegen kostet, die Auswahl an Böden unter Parkett kaufen in Stuttgart. Vereinbaren Sie Ihren Beratungstermin über unser Kontaktformular oder telefonisch unter 0711 336 19 43.
Meisterbetrieb für Parkett in Stuttgart und ganz Baden-Württemberg. Verlegung, Sanierung und Komplettservice seit über 30 Jahren.