Was bedeutet schwimmend, was bedeutet verklebt?
Schwimmend verlegt heißt: Die Elemente sind nicht mit dem Untergrund verbunden, sie liegen lose auf einer Unterlage und halten allein über ihr Verbindungssystem aus Nut und Feder oder Klick zusammen. Vollflächig verklebt heißt: Zwischen Parkett und Untergrund entsteht über die gesamte Fläche eine schubfeste Verbindung. Das Fachregelwerk unterscheidet drei Verlegearten, nämlich vollflächig geklebt, genagelt oder geschraubt und lose beziehungsweise schwimmend. Nageln und Schrauben kommt heute fast nur noch auf Lagerhölzern und Blindböden vor, auf Estrich ist es konstruktiv nicht möglich.
Aus diesem einen Unterschied folgt fast alles Weitere. Ein schwimmender Boden bewegt sich als eine einzige große Platte über die gesamte Fläche. Ein verklebter Boden ist an den Untergrund gebunden, jedes Element arbeitet nur noch in dem Maß, das der Klebstoff zulässt. Bestimmte Parkettarten und Holzpflaster müssen nach dem TKB-Merkblatt 1 sogar grundsätzlich auf einen festliegenden Untergrund geklebt werden, weil erst die Klebung sie stabilisiert.
Was die vollflächige Verklebung technisch bringt
Die schubfeste Klebung verändert das Verhalten des Holzes messbar. Das TKB-Merkblatt 1 des Industrieverbands Klebstoffe, erarbeitet unter Mitwirkung der Parkettverbände, formuliert es so: Durch eine schubfeste Klebung wird die Ausbildung von Fugen minimiert, das Parkett liegt ruhiger und wirkt ruhiger, es quillt und schwindet weniger. Querkrümmungen und Schüsselungen einzelner Elemente werden dadurch vermindert.
- Maßhaltigkeit. Geklebtes Parkett ist maßstabiler als lose liegendes. Das Merkblatt leitet daraus ausdrücklich eine längere Nutzungsdauer ab.
- Renovierbarkeit. Ein geklebter Boden kann mehrfach renoviert, also abgeschliffen und neu behandelt werden. Wovon die Zahl der Schleifgänge abhängt, steht unter wie lange Parkett hält.
- Ruhiges Liegen. Hohlstellen, Wippen und Knarren treten seltener auf, weil zwischen Belag und Untergrund kein Hohlraum bleibt.
- Wärmeübertragung. Geklebtes Parkett überträgt die Wärme besser als lose liegendes, weil die dämmende Unterlage entfällt. Alles Weitere unter Parkett auf Fußbodenheizung.
Wird ein schwimmender Boden lauter? Trittschall ist nicht Gehschall
Trittschall und Gehschall sind zwei verschiedene Größen, und genau hier entsteht das häufigste Missverständnis. Trittschall ist das, was in den Nachbarräumen und in der Wohnung darunter ankommt. Gehschall oder Raumschall ist das, was Sie selbst im eigenen Raum beim Gehen hören. Eine Maßnahme, die das eine verbessert, kann das andere verschlechtern.
Für den eigenen Raum ist die Lage eindeutig: Geklebtes Parkett erzeugt beim Begehen im Vergleich zu einem schwimmenden Boden einen deutlich geringeren Raumschall. Das ist keine Verkäufermeinung, sondern der Wortlaut des TKB-Merkblatts 1. Die Ursache liegt im Aufbau: Der Belag ist vom Untergrund entkoppelt und liegt auf einer elastischen Unterlage. Er kann daher bei jedem Schritt als Fläche mitschwingen und den Schall in den Raum abstrahlen. Das ist der hohle, leicht trommelnde Klang, den viele aus Mietwohnungen kennen.
Die Dämmunterlage unter einem schwimmenden Boden verbessert den Trittschall in Richtung Nachbarwohnung, nicht den Gehschall im eigenen Raum. Und auch dort ist sie nur eine Ergänzung: Der eigentliche Trittschallschutz einer Geschossdecke entsteht durch den schwimmenden Estrich auf Dämmschicht, dessen Anforderungen die DIN 4109 regelt. Trittschallverbesserungsmaße von Dämmunterlagen fallen je nach Produkt und Prüfnachweis unterschiedlich aus. Die verbreitete Aussage, eine Trittschalldämmung schalte den Nachteil der schwimmenden Verlegung weitgehend aus, gilt deshalb allenfalls für den Nachbarn unter Ihnen.
Welche Parkettarten lassen sich überhaupt schwimmend verlegen?
Schwimmend verlegen lässt sich nur Parkett mit einem tragfähigen Verbindungssystem, praktisch also Mehrschichtparkett und vergleichbare mehrschichtige modulare Beläge. Mosaikparkett, Stabparkett, Lamparkett, Hochkantlamellenparkett, Massivdielen und Tafelparkett werden vollflächig geklebt; bei Massivdielen kommt auf Lagerhölzern oder Blindböden auch Nageln oder Schrauben in Frage. Schwimmend verlegt werden sie nicht: Ihr Verbindungssystem trägt keine schwimmende Fläche, und erst die Klebung stabilisiert sie gegen Quellen, Schwinden und Schüsseln.
Damit ist die Frage in vielen Projekten beantwortet, bevor sie gestellt wird: Wer massives Holz möchte, verklebt. Auch Fischgrät und Chevron aus Stab- oder Lamparkett gehören zu den Klebefällen, ein Blick auf die Muster lohnt sich unter Fischgrät und Chevron. Ob überhaupt Massivparkett oder Mehrschichtparkett das Richtige ist, sollten Sie vor der Verlegeart entscheiden.
Verzeiht die schwimmende Verlegung einen unebenen Untergrund?
Beide Verfahren stellen dieselben Anforderungen an die Ebenheit des Untergrunds. Das Technische Hinweisblatt 02 von ZVPF und BEB ordnet vollflächig geklebtes Parkett und schwimmend verlegtes Mehrschichtparkett denselben Ebenheitsklassen E2 beziehungsweise E3 zu, wobei die höhere Klasse E3 ausdrücklich für großformatiges Parkett genannt wird, um Wipper und Hohlstellen zu vermeiden. Die in Onlineratgebern verbreitete Aussage, schwimmend verzeihe einen unebenen Untergrund, ist damit fachlich nicht gedeckt.
Was die Verklebung zusätzlich verlangt, ist ein fester, tragfähiger und ausreichend trockener Untergrund, auf dem der Klebstoff dauerhaft haftet. Grundierung und Spachtelung sind dabei nach DIN 18356 keine im Grundpreis enthaltenen Leistungen, sondern besondere Leistungen, die gesondert vereinbart und vergütet werden. Wie wir prüfen und vorbereiten, lesen Sie unter Ablauf und Untergrundprüfung beim Parkettverlegen. Ist der Estrich selbst am Ende, sollten Sie ihn vorher sanieren lassen.
Randfuge, Dehnungsfugen und Übergänge
Jede Parkettfläche braucht Platz zum Arbeiten, unabhängig von der Verlegeart. Parkett wird je nach Parkettart mit einer Rand- und Wandabstandsfuge von etwa einem Zentimeter zu angrenzenden festen Bauteilen verlegt, bei maßstabilem Parkett darf sie schmaler ausfallen.
Wie ernst das gemeint ist, zeigt eine Angabe aus dem TKB-Merkblatt 1: Wird die Quellung behindert, etwa durch eine schubfeste Klebung, wird bereits ab etwa 3 Prozent Holzfeuchteerhöhung eine Stauchung von rund 1 Prozent erreicht — ab diesem Wert bleiben im Holz plastische Verformungen zurück. Holz arbeitet dabei im Wesentlichen in der Breite; in Längsrichtung sind die Maßänderungen um ein Vielfaches kleiner. Wird die Bewegung ganz behindert, entstehen erhebliche Schubspannungen, die bis zum Zerreißen des Estrichs führen können, und beim späteren Rücktrocknen bleibt überproportional breite Fugenbildung zurück.
Bewegungsfugen des Untergrunds sind im Parkett zu übernehmen. Bei schwimmender Verlegung kommt hinzu, dass sich die gesamte Fläche als eine Platte bewegt, weshalb große zusammenhängende Flächen und Durchgänge durch Fugen und Profile getrennt werden müssen. Verklebt entfällt diese Einschränkung, der Boden läuft ohne Trennprofil durch die Türöffnung. Warum das bei großen Flächen in Gewerbe und Hotel den Ausschlag gibt, lesen Sie dort.
Welcher Klebstoff kommt zum Einsatz?
Parkettklebstoffe werden nach DIN EN ISO 17178 in drei Klassen eingeteilt: harte Klebstoffe mit einer Scherfestigkeit von mindestens 3,0 N/mm², hartelastische mit mindestens 2,0 N/mm² und elastische mit mindestens 1,0 N/mm², jeweils mit definierten Anforderungen an die Gleitung. Dahinter steht ein Zielkonflikt: Ein elastischer Klebstoff überträgt nur geringe Spannungen vom arbeitenden Parkett in den Untergrund, lässt dafür größere Maßänderungen am Parkettelement zu. Bei harter Einstellung ist es umgekehrt, der Untergrund wird stärker belastet und das Element bleibt maßhaltiger.
- Dispersionsklebstoffe binden physikalisch durch Verdunsten des Wassers ab, setzen einen saugfähigen und besonders ebenen Untergrund voraus und kommen wegen des Wassereintrags nur für quellunempfindliche Parkettarten infrage.
- Reaktionsharzklebstoffe auf Polyurethan- oder Silanbasis sind in der Regel wasser- und lösemittelfrei und enthalten keine Bestandteile, die auf Parketthölzer quellend wirken. Hartelastische und elastische Klebstoffe sind derzeit nur als Reaktionsklebstoffe erhältlich.
Welches System auf welchen Untergrund gehört, entscheiden wir für jedes Objekt einzeln. Elastische Klebstoffe können Bestandteile enthalten, die in angrenzende Materialien wie Gussasphalt, Dispersionsgrundierungen oder alte Klebstoffreste einwandern und diese erweichen. Vollflächig geklebtes Parkett wird im Regelfall außerdem nicht zusätzlich in Nut und Feder verleimt, sonst droht die Bildung von Blockabrissfugen.
Wann ist der Raum nach dem Verkleben wieder nutzbar?
Fertigparkett mit fertig behandelter Oberfläche soll unabhängig von der Klebstoffart frühestens 24 bis 48 Stunden nach der Klebung genutzt werden. Bis zum Schleifen und Behandeln einer unbehandelten Fläche gelten je nach System längere Wartezeiten: ein bis zwei Tage bei 2K-Polyurethan und bei Silanklebstoffen, zwei bis drei Tage bei 1K-Polyurethan, fünf bis zehn Tage bei Dispersionsklebstoffen auf saugfähigem Untergrund. Ein schwimmend verlegter Boden ist dagegen sofort begehbar, und das ist sein stärkstes praktisches Argument.
Damit die Klebung sauber abbindet, muss das Klima während der Verlegung stimmen: mindestens 18 Grad Lufttemperatur, mindestens 15 Grad Bodentemperatur und eine relative Luftfeuchte von vorzugsweise 40 bis 65 Prozent, höchstens 75 Prozent. Auch nach der Verlegung bleibt das Raumklima der wichtigste Einflussfaktor auf das Fugenbild, dazu mehr unter Raumklima und Luftfeuchtigkeit in der Heizperiode.
Wann schwimmend die richtige Entscheidung ist
Schwimmend verlegen ist dann sinnvoll, wenn der Boden rückbaubar bleiben soll. Verklebtes Parkett lässt sich nur mit erheblichem Aufwand entfernen, und der Untergrund muss danach in der Regel gespachtelt oder saniert werden, während ein schwimmender Boden demontierbar ist. In der Mietwohnung ist das häufig das ausschlaggebende Argument. Was mietvertraglich erlaubt ist und was bei Auszug zurückzubauen ist, klären Sie bitte mit Ihrem Vermieter, das ist eine Rechts- und keine Handwerksfrage.
Als Praxis-Faustregel, nicht aus dem Fachregelwerk, gilt die schwimmende Verlegung außerdem als schneller und günstiger, weil eine Dämmunterlage weniger kostet als Klebstoff und Untergrundvorbereitung. Ob das für Ihre Fläche zutrifft, hängt an Material, Zustand des Untergrunds und Aufwand. Eine Einordnung ohne Pauschalpreise finden Sie unter was die Verlegung in Stuttgart kostet.
Ihr nächster Schritt
Die Entscheidung fällt am konkreten Objekt, nicht am Prospekt. Parkettart, Untergrund, Raumgröße, Fußbodenheizung und geplante Nutzungsdauer geben zusammen die Verlegeart vor, und in den meisten Fällen ist damit auch klar, welches Verfahren technisch das richtige ist. Wir sehen uns Ihren Untergrund an, nehmen Maß und begründen unsere Empfehlung, im Rahmen unserer Verlegearbeiten und im gesamten Raum Stuttgart, siehe Parkett verlegen lassen in Stuttgart. Schreiben Sie uns kurz Raumgröße und Untergrund und vereinbaren Sie einen Aufmaßtermin.
Meisterbetrieb für Parkett in Stuttgart und ganz Baden-Württemberg. Verlegung, Sanierung und Komplettservice seit über 30 Jahren.