Erst klären: geölt oder lackiert?

Vor jeder Reparatur steht die Frage nach der Oberfläche, weil fast alle Methoden davon abhängen. Lack bildet eine geschlossene, glatte Schicht, die im Gegenlicht wie ein Film wirkt. Auf geöltem Holz bleiben die Poren offen und die Maserung ist fühlbar. Ein Tropfen Wasser hilft nur bedingt: Auf Lack bleibt er als Perle stehen, auf einem gut gepflegten geölten oder hartwachsgeölten Boden aber oft ebenfalls. Zieht er ein und wird das Holz kurz dunkler, ist der Boden geölt und braucht Pflege. Sichere Auskunft geben die Unterlagen des Betriebs, der den Boden verlegt oder zuletzt behandelt hat. Der Unterschied ist im Ratgeber Parkett ölen oder versiegeln genauer erklärt.

Die zweite Frage ist die Tiefe. Ein Kratzer, der nur in der Oberfläche liegt, ist hell und lässt sich mit dem Fingernagel kaum fühlen. Ein Kratzer, der ins Holz geht, ist spürbar und hat oft ausgefranste Ränder.

Feine Kratzer im geölten Parkett

Hier hat Öl seinen großen Vorteil. Feine Kratzer in den Laufwegen verschwinden oft schon, wenn Sie die Stelle mit dem Pflegeöl einreiben, das zu Ihrem Boden gehört, und den Überschuss abnehmen. Geht der Kratzer etwas tiefer, schleifen Sie ihn mit einem feinen Schleifvlies in Faserrichtung leicht an, nehmen den Staub ab und ölen die Stelle nach. Der Übergang zur Umgebung ist nach kurzer Zeit kaum noch zu sehen.

Wichtig ist das passende Öl aus demselben System wie die ursprüngliche Behandlung. Wie das Nachölen auf größeren Flächen funktioniert, steht unter Parkett ölen.

Feine Kratzer im lackierten Parkett

Bei Lack sitzen die Kratzer in der Schutzschicht, nicht im Holz. Eine Lackpflege, die zu Ihrem Lacksystem passt, füllt feine Kratzer und lässt sie weniger auffallen. Unsichtbar werden sie dadurch selten. Je glänzender der Lack, desto stärker sieht man jeden Kratzer im Streiflicht.

Sind die Kratzer zahlreich, aber der Lack noch nicht durch, reicht oft ein Zwischenschliff mit neuer Lackschicht. Dabei wird nur die Oberfläche angeschliffen, das Holz bleibt unberührt.

Tiefe Kratzer und kleine Löcher

Kratzer, die ins Holz gehen, Abplatzer an Kanten und kleine Löcher füllt man mit Hartwachs. Es gibt farbige Wachsstangen, die mit einem Schmelzer erwärmt und in die Fehlstelle gedrückt werden. Nach dem Abkühlen wird der Überstand mit einem Spachtel bündig abgezogen. Mit zwei Farbtönen lässt sich die Maserung nachahmen.

Auf geöltem Holz pflegen Sie die Stelle danach wie den restlichen Boden. Auf Lack wird die Stelle häufig mit einem Lackstift abgeschlossen. Ganz unsichtbar wird eine solche Reparatur selten, bei einem dunklen Kratzer in heller Eiche ist der Unterschied aber erheblich.

Dellen: wenn die Holzfasern nur gestaucht sind

Eine Delle durch einen heruntergefallenen Topf oder einen Stuhlbeinabdruck ist oft kein Riss, die Holzfasern sind nur zusammengedrückt. Bei unbehandeltem oder geöltem Massivholz lassen sie sich manchmal wieder anheben. Legen Sie ein feuchtes Baumwolltuch auf die Delle und erwärmen Sie es kurz mit dem Bügeleisen. Der Dampf lässt die Fasern aufquellen. Danach die Stelle trocknen lassen, leicht anschleifen und nachölen.

Bei lackiertem Parkett und bei Mehrschichtparkett mit dünner Nutzschicht raten wir davon ab. Lack kann durch Hitze und Feuchtigkeit weiß werden, und dünne Deckschichten können sich lösen. Probieren Sie die Methode in jedem Fall erst an einer Stelle, die unter einem Schrank liegt.

Einzelne Stäbe austauschen

Ist ein Stab gebrochen, tief verfärbt oder nach einem Wasserschaden schwarz geworden, ersetzt man ihn. Bei verklebtem Stab- und Fischgrätparkett wird der beschädigte Stab herausgetrennt, ohne die Nachbarn zu verletzen. Der neue Stab wird angepasst, eingeklebt und anschließend mit der Umgebung verschliffen und behandelt. Auf geölten Böden lässt sich die Stelle gut angleichen. Bei lackierten Böden bleibt ein Ansatz im Lack oft sichtbar, dann wird der Raum zwischengeschliffen und neu lackiert. Bei schwimmend verlegtem Fertigparkett wird die betroffene Diele ersetzt, je nach Lage von der Wand aus oder direkt an der Stelle.

Ein neuer Stab ist anfangs meist heller, weil das Holz noch nicht nachgedunkelt ist. Eiche verändert ihren Ton unter Licht deutlich, der Unterschied wird in den ersten Monaten kleiner. Bei sehr altem Holz verschwindet er nicht immer ganz. Wer Reststücke vom Verlegen aufbewahrt hat, hat den passenden Ersatz schon im Keller. Restaurierte Böden, auch mit Fischgrät, zeigen wir unter unseren Referenzen.

Dunkle Flecken und Wasserflecken

Graue oder schwarze Flecken in Eiche entstehen oft, wenn Metall auf feuchtem Holz liegt oder Wasser mit Eisenspuren lange einwirkt, etwa unter einem Blumentopfuntersetzer oder einer Gießkanne. Die Gerbsäure im Holz reagiert dann mit Eisen zu einer blauschwarzen Verbindung. Dunkle Stellen nach stehendem Wasser können auch von Schimmel kommen. Solche Flecken sitzen im Holz und gehen mit Pflegemitteln nicht weg. Eisenflecken lassen sich auf rohem Holz mit Oxalsäure aufhellen, das ist Arbeit für den Fachbetrieb. Oft hilft nur Schleifen oder der Tausch einzelner Stäbe. Was nach einem größeren Wassereintritt zu tun ist, steht unter Parkett Wasserschaden.

Wann ein Schliff die bessere Reparatur ist

Einzelreparaturen lohnen sich bei wenigen, gut sichtbaren Schäden. Sind die Kratzer über die ganze Fläche verteilt, die Laufwege bis ins Holz abgelaufen oder hat ein lackierter Boden viele tiefe Riefen, ist ein Schliff mit neuer Oberfläche wirtschaftlicher und das Ergebnis einheitlicher. Mit welchen Preisen Sie dabei rechnen, steht unter Kosten fürs Parkettschleifen. Wie Sie neue Kratzer verhindern, lesen Sie unter Parkett vor Kratzern schützen.

Schicken Sie uns Fotos der Schäden über das Kontaktformular. Oft können wir schon daran sagen, ob eine Reparatur reicht oder ob sich ein Schliff lohnt.

Meisterbetrieb für Parkett in Stuttgart und ganz Baden-Württemberg. Verlegung, Sanierung und Komplettservice seit über 30 Jahren.