Ölen oder nachölen: zwei verschiedene Arbeiten
Wer von Parkett ölen spricht, meint eine von zwei Arbeiten. Die Erstbehandlung folgt auf einen Schliff: Das rohe Holz bekommt sein erstes Öl, meist in zwei Gängen und maschinell eingearbeitet. Das gehört in Profihand, weil Schleifbild und Öl zusammenpassen müssen. Das Nachölen frischt einen intakten, geölten Boden auf, dessen Schutzschicht in den Laufzonen verbraucht ist. Darum geht es in diesem Artikel. Das schaffen viele Kunden selbst.
Ob Ihr Boden Öl braucht, zeigt ein einfacher Test. Geben Sie ein paar Tropfen Wasser auf eine Laufzone vor dem Sofa oder im Flur. Bleiben sie als Perlen stehen, ist die Oberfläche dort noch geschützt. Ziehen sie ein und wird das Holz darunter dunkel, ist es Zeit. Weitere Zeichen sind stumpfe, raue oder grau wirkende Laufwege. Hersteller empfehlen im Wohnbereich je nach Beanspruchung meist ein- bis zweimal im Jahr ein Pflegeöl, in Flur und Küche öfter.
Was Sie brauchen
- Pflegeöl aus demselben System wie das ursprüngliche Öl. Das ist der wichtigste Punkt der ganzen Arbeit. Öle verschiedener Hersteller und Hartwachsöle vertragen sich nicht immer miteinander.
- Einen Intensivreiniger für geölte Böden, um alte Pflegefilme und Schmutz vorher zu lösen.
- Eine Einscheibenmaschine mit Polierpad, im Baumarkt oder Fachhandel zu leihen. Kleine Flächen bis etwa zehn Quadratmeter gehen auch von Hand.
- Fusselfreie Baumwolltücher in ausreichender Zahl und einen Metalleimer mit Deckel für die benutzten Tücher.
- Einen Spachtel oder Gummiwischer zum dünnen Verteilen.
Schritt für Schritt nachölen
1. Raum vorbereiten. Möbel raus oder auf eine Raumhälfte. Fenster auf Kipp, damit gelüftet wird, aber ohne Zugluft direkt auf dem Boden. Die Raumtemperatur sollte bei normaler Zimmertemperatur liegen. Kalte Böden und sehr feuchte Luft verlängern die Trocknung deutlich.
2. Gründlich reinigen. Erst saugen, dann mit dem Intensivreiniger nach Herstellerangabe wischen und den Boden vollständig trocknen lassen. Schmutz, der jetzt liegen bleibt, wird ins Öl eingearbeitet und ist danach dauerhaft im Boden.
3. Öl dünn auftragen. Wenig Öl auf den Boden geben und mit Spachtel oder Tuch in Faserrichtung dünn verteilen. Arbeiten Sie in Bahnen von der Wand zur Tür, damit Sie sich nicht einschließen. Mehr Öl bringt keinen besseren Schutz. Es bleibt obenauf liegen.
4. Einpolieren. Das Öl mit der Maschine und dem Polierpad in das Holz einarbeiten, bis die Fläche gleichmäßig matt glänzt. Von Hand mit einem Pad in kreisenden Bewegungen, Abschnitt für Abschnitt.
5. Überschuss restlos abnehmen. Nach der Einwirkzeit, die auf dem Gebinde steht, nehmen Sie jedes überschüssige Öl mit sauberen Tüchern oder einem frischen Pad ab. Die Oberfläche soll sich danach trocken anfühlen, nicht feucht oder schmierig. Dieser Schritt entscheidet über das Ergebnis.
6. Trocknen lassen. Lüften, nicht betreten, nicht wischen. Die Zeiten stehen im nächsten Abschnitt.
Wie lange trocknet geöltes Parkett?
Das hängt davon ab, ob ein Boden nachgeölt oder nach einem Schliff zum ersten Mal geölt wird. Pflegeöle sind auf dünne Schichten ausgelegt und trocknen deutlich schneller als der Ölaufbau auf rohem Holz.
| Nachölen mit Pflegeöl | Erstbehandlung nach dem Schliff | |
|---|---|---|
| vorsichtig begehbar | nach einigen Stunden, von Hand poliert nach 24 bis 48 Stunden | nach etwa 24 Stunden |
| Möbel mit Filzgleitern zurück | nach dem Trocknen, meist nach 24 Stunden | nach etwa 24 Stunden, schwere Möbel später |
| erstes nebelfeuchtes Wischen | nach etwa drei Tagen | nach sieben bis zehn Tagen |
| Teppiche zurück | nach dem Aushärten, meist nach wenigen Tagen | frühestens nach etwa zehn Tagen |
Die Werte sind typische Herstellerangaben für normale Raumtemperatur und gut gelüftete Räume. Bei Kälte oder hoher Luftfeuchtigkeit dauert es länger. Maßgeblich ist immer das technische Merkblatt des verwendeten Öls. Teppiche kommen zuletzt, weil sie die Luft vom Boden fernhalten und das Öl darunter langsamer aushärtet.
Wenn Sie die Möbel nicht ausräumen können, ölen Sie in zwei Etappen: erst die freie Raumhälfte, nach dem Trocknen die Möbel umsetzen, dann die zweite Hälfte. Den Übergang in der Mitte polieren Sie im zweiten Durchgang mit ein.
Vorsicht mit ölgetränkten Lappen
Lappen, Pads und Tücher, die mit trocknenden Ölen getränkt sind, können sich beim Trocknen von selbst erhitzen und entzünden. Das passiert vor allem, wenn sie zusammengeknüllt in einem Eimer oder Müllsack liegen. Breiten Sie benutzte Tücher nach der Arbeit einzeln im Freien zum Trocknen aus oder legen Sie sie in einen Metallbehälter mit Wasser und geschlossenem Deckel. Die Hinweise auf dem Gebinde gelten auch hier.
Weißöl auf Eiche
Eiche wird mit klarem Öl wärmer und leicht gelblich, mit der Zeit dunkelt sie nach. Wer einen hellen, nordischen Ton möchte, nimmt ein Weißöl. Es enthält weiße Pigmente, die sich in die Poren setzen und das Holz heller wirken lassen. Weißöl wird auf frisch geschliffenes Holz aufgetragen, nicht auf einen bereits geölten Boden. Nachgepflegt wird später mit einem passenden weißen Pflegeöl, sonst wird der Boden in den Laufzonen mit der Zeit wieder dunkler.
Die häufigsten Fehler
- Zu viel Öl. Was das Holz nicht aufnimmt, bleibt als Film liegen, trocknet klebrig und zieht Schmutz an. Glänzende Flecken nach dem Trocknen sind fast immer Ölüberstand.
- Überschuss nicht abgenommen. Derselbe Effekt, nur flächig.
- Falsches Öl. Ein Pflegeöl aus einem anderen System kann matte und glänzende Flecken hinterlassen oder schlecht haften.
- Ölen auf Lack. Auf einer Lackschicht kann Öl nicht einziehen. Was der Unterschied zwischen geölter und lackierter Oberfläche bedeutet, steht unter Parkett ölen oder versiegeln.
- Zu früh belastet. Wer vor dem Aushärten Möbel schiebt oder nass wischt, sieht die Spuren noch lange.
Wann sich der Fachbetrieb lohnt
Nachölen ist eine Pflegearbeit. Sind die Laufwege dagegen bis ins Holz abgelaufen, grau verfärbt oder voller tiefer Kratzer, reicht neues Öl nicht mehr. Dann braucht der Boden einen Zwischenschliff oder einen kompletten Schliff mit neuem Ölaufbau. Was das kostet, steht unter Kosten fürs Parkettschleifen, was bei einzelnen Kratzern hilft, unter Parkett reparieren.
Auch bei großen Flächen, in Gewerberäumen oder wenn die Zeit knapp ist, übernehmen wir das Nachölen. Die Intervalle und die tägliche Pflege dazwischen stehen in unseren Pflegetipps. Anfragen gehen über das Kontaktformular oder telefonisch.
Meisterbetrieb für Parkett in Stuttgart und ganz Baden-Württemberg. Verlegung, Sanierung und Komplettservice seit über 30 Jahren.