Woraus die vier Beläge bestehen
Parkett ist Holz. Bei Massivparkett besteht das ganze Element aus Holz, bei Mehrschichtparkett liegt eine Nutzschicht aus Massivholz auf einer Trägerschicht. Diese Nutzschicht ist der Grund, warum Parkett Jahrzehnte hält: Sie wird bei Abnutzung abgeschliffen und neu behandelt. Wie viel davon vorhanden sein muss, erklärt der Vergleich Massivparkett oder Mehrschichtparkett.
Laminat sieht aus wie Holz, enthält aber keine Holzoberfläche. Auf einer Trägerplatte aus hochverdichteter Holzfaser liegt ein bedrucktes Dekorpapier, darüber eine harte Schicht aus Melaminharz. Diese Schicht ist sehr kratzfest. Ist sie durchgelaufen, bleibt nur der Austausch.
Vinyl ist ein Kunststoffbelag auf PVC-Basis. Es gibt ihn als dünnen Klebebelag, als Klickdiele mit massivem Kunststoffkern, der oft mit Kalksteinmehl gefüllt ist (SPC), und als Klickdiele auf einer Trägerplatte aus Holzfaser. Der Unterschied ist wichtig, sobald es um Wasser geht. Die Oberfläche trägt ebenfalls ein Druckbild unter einer transparenten Nutzschicht.
Teppich ist ein textiler Belag, als Bahnenware vollflächig verklebt oder verspannt. Er ist der einzige der vier Böden, der Schall wirklich schluckt.
Die Unterschiede auf einen Blick
| Parkett | Laminat | Vinyl | Teppich | |
|---|---|---|---|---|
| Material | Echtholz | Dekor auf Holzfaserplatte | Kunststoff (PVC) | Textil |
| Renovierbar | ja, je nach Nutzschicht ein- bis mehrfach abschleifbar | nein | nein | nein, nur reinigen |
| Wasser | empfindlich gegen stehendes Wasser | Kanten quellen bei Nässe, Feuchtschutz-Laminat nur begrenzt wasserresistent | verklebt gut geeignet | ungeeignet |
| Kratzer | sichtbar, aber ausbesserbar | sehr kratzfest | mittel | keine |
| Raumklang | ruhig, wenn verklebt | eher laut und klackernd | leise | sehr leise |
| Fühlt sich an | warm, natürlich | hart, kühl | weich, warm | weich, warm |
| Typischer Raum | Wohnen, Schlafen, Arbeiten | Mietwohnung, Nebenräume | Bad, Küche, Waschküche | Schlafzimmer |
Parkett: der Boden, den man erneuern kann
Parkett ist in der Anschaffung teurer als Laminat und die meisten Vinylböden. Der Unterschied gleicht sich über die Jahre aus, weil ein Parkettboden nach 15 oder 20 Jahren geschliffen wird, wo andere Böden ersetzt werden. Wie oft das geht und wann es ansteht, steht unter wie lange Parkett hält.
Die Schwäche von Parkett ist stehendes Wasser. Eine umgekippte Vase, die man wegwischt, ist kein Problem. Eine Pfütze unter der Spülmaschine, die über Nacht steht, schon. Wie Sie den Boden in Küche und Flur schützen, lesen Sie unter Parkett gegen Wasser schützen.
Laminat: günstig, hart, nicht zu retten
Laminat ist schnell verlegt und widersteht Kratzern besser als jede andere Oberfläche im Vergleich. Wie belastbar es ist, zeigt die Nutzungsklasse auf der Verpackung. Klassen ab 31 sind für gewerbliche Bereiche gedacht und halten im Wohnbereich entsprechend lange.
Zwei Dinge sollten Sie wissen. Laminat wird meist schwimmend verlegt und klingt beim Gehen hart und klackernd. Eine einfache Dämmunterlage verbessert vor allem den Trittschall zur Wohnung darunter. Für weniger Gehschall im eigenen Raum braucht es eine Unterlage, die ausdrücklich darauf geprüft ist. Und Wasser, das in die Fugen zieht, lässt den Holzfaserkern an den Kanten aufquellen. Diese Schäden bilden sich nicht zurück.
Vinyl: robust gegen Wasser, wenn es richtig verlegt ist
Vinyl ist leise, fühlt sich wärmer an als Laminat und ist in der Pflege unkompliziert. Wasserfest ist aber nur der Belag selbst. Bei Klick-Vinyl auf einer Holzfaserplatte kann Wasser durch die Fugen an den Kern gelangen. Für Bad und Waschküche raten wir deshalb zu vollflächig verklebtem Vinyl. Klickdielen mit massivem Kunststoffkern vertragen Feuchtigkeit ebenfalls, an den Fugen bleibt aber ein Restrisiko. Eine Abdichtung ersetzt keiner der beiden Beläge. Mehr dazu unter Vinylboden für Bad und Küche.
Vinyl braucht einen sehr ebenen Untergrund. Bei dünnen Klebebelägen zeichnen sich Unebenheiten im Estrich später durch. Und wie Laminat lässt es sich nicht abschleifen. Ist die Nutzschicht durch, wird ausgetauscht.
Teppich: leise und warm, aber kurzlebiger
Teppich dämpft Gehschall und Trittschall besser als jeder Hartboden und ist im Schlafzimmer angenehm. Dafür hält er Flecken fest, zeigt in Laufzonen nach einigen Jahren Spuren und lässt sich nur reinigen, nicht erneuern. In Wohnräumen ist Parkett mit einem Teppich darauf oft der bessere Kompromiss. Was bei Teppich auf Parkett zu beachten ist, steht im Vergleich Parkett, Laminat und Teppich.
Welcher Boden in welchen Raum?
- Wohnzimmer: Parkett. Wer es leise mag, lässt es vollflächig verkleben.
- Schlafzimmer: Parkett oder Teppich, geölte Oberfläche für ein warmes Gefühl unter den Füßen.
- Küche: versiegeltes Parkett oder verklebtes Vinyl. Wichtiger als der Belag ist, dass Wasser nicht lange stehen bleibt.
- Bad und Waschküche: vollflächig verklebtes Vinyl.
- Flur: versiegeltes Parkett, Vinyl oder Laminat mit hoher Nutzungsklasse.
- Kinderzimmer: Parkett mit Lack oder Vinyl, beides gut zu reinigen.
- Mietwohnung: Klick-Vinyl oder Laminat, weil beides ohne Kleber wieder herauskommt.
- Mit Fußbodenheizung: verklebtes Parkett oder verklebtes Vinyl, weil beide die Wärme besser durchlassen als ein schwimmender Boden. Details unter Parkett auf Fußbodenheizung.
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